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Kardangelenk aus NE- Material
Hallo Modellbauer,
all den Unkenrufe hier im Forum zu Trotz habe ich mich entschlossen dem Thema Kardangelenk aus NE- Material zu widmen.
Ich präsentiere Euch aus meinem Fundus verschiedene Kardangelenke, von sehr klein bis aus dem Drucker von Shapeways und aus Messing.
Es ist unwiderruflich was die Festigkeit zwischen NE- Material und dem Granulat aus dem 3D- Drucker angeht und wer da die Nase vorne hat.
Selbst bei den Abmessungen hat das NE- Material die besteren Chancen als die aus dem 3D Drucker.
Das kleinste Kardangelenk kommt von MZR Rackel
Dieses Kardangelenk besteht aus Neusilbermaterial 0,2 mm dick geätzte Teile die zusammengefügt werden müssen unter zur Hilfenahme von 2 Cu- Hülsen. Gelenk- Durchmesser 2,0 mm
Rohling Bild 1, Fertigteil Bild 2
kleinstes_Kardangelenk.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) kleinstes_Kardangelenk_montiert.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kardangelenk aus dem 3D Drucker von Shapeways
Kunststoff_Kardangelenk.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kunststoff_Kardangelenk_klein.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kunststoff_Kardangelenk_mehrfach.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Fertig aufgebautes Kardangelenk aus der Schmiede von Shapeways:
Gelenk- Durchmesser 3,5 mm
Kunststoff_Kardangelenk_montiert.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Nun kommt der Rolls- Royce der Kardangelenke:
Das Kardangelenk aus NE- Material (Messing)
Das Kardangelenk ist beim Premium- Modellbau oder Chinese zu bekommen.
Typ 1, wie man dies beim Premium kaufen kann.
Typ 2 und Typ 3, wie man dies beim Chinesen bekommt.
Ms_Kardangelenk_1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Ms_Kardangelenk_2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Ms_Kardangeleng_3_0.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Ms_Kardangelenk_3_1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
So sieht das fertig montierte Kardangelenk aus NE- Material aus. Gelenk- Durchmesser 2,5 mm
Ms_Kardangelenk_montiert.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Um das Kardangelenk was wiederum aus einzelnen Komponenten nur zu kaufen gibt und der Bastler dann selbst zusammen pfriemeln kann und dabei ihm ein Missgeschick passiert, beim Aufbiegen ist ihm eine Seite der Gabel abgebrochen
Oh weh, kaputt ist kaputt! Ob es sich reparieren lässt, da bin ich skeptisch, denn ich müsste das abgebrochene Teil irgendwie wieder anbringen. Ob es mit anlöten geht weiß ich nicht.
Aber das Missgeschick ist mir begegnet.
Die Abhilfe gleich gefunden.
Da kam mir meine Ausbildung zur Feinmechanik zu Hilfe.
Das Zauberwort heißt Weichglühen.
Denn alle NE- Materialienen ob Rohr, Rundmaterial oder ein anderes Profil wir kalt gezogen, da heißt das Material wird durch Durck in eine Matrize, die die Form des Teils hat gepresst, was im Fachausdruck Kaltziehen genannt wird, dabei wird die Oberfläche verdichtet und hart.
Ein weiterer Aspekt bei MS- Materialien, gibt es 2 Gruppen.
- CuZn 42, die Zahl gibt den Gehalt von Kupfer an. dieses MS ist von Hause aus spröder, weil der Zink Anteil höher als der Kupferanteil ist. Beim Drehen gibt es kurze Späne.
- CuZn 37, ist der Kupferanteil größer als der Zink Anteil, da Kupfer weicher ist und somit gut verformbar.
Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn durch das Kaltziehen ist die Oberfläche wiederum hart und kann beim Biegen brechen.
Aus dem vorgenannten Aspekt habe ich entschieden alle Teile aus NE- Material was ich biegen will wird weichgeglüht.
Was benötige ich dazu:
- einen PROXXON Lötbrenner
- kleine spitze Zange
- eine Klemmpinzette
- eine spitze Pinzette
Werkzeug.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
UPS und wie wird es gemacht ?
Es ist nicht schwierig, einfach machen, learning by doing !
Ich empfehle, wer so was noch nie gemacht hat, ich meine das Weichglühen mit der Flamme, der sollte erst mal ein Messing- Rundmaterial d= 1 mm nehmen und dies zum Glühen zu bringen.
Dabei ist zu achten, dass die Glühfarbe zwischen Dunkelrot und Hellrot ist um den Effekt von weich zu bekommen.
Wer allerdings zu lange wartet dem kann Böses widerfahren, denn das Material tropft ohne Vorwarnung einfach ab.
Also muss eine Feuerfeste Unterlage genommen werden und darüber kann man jetzt das Weichglühen üben.
Am besten Ihr stellt gleich ein 10 Liter Eimer mit Wasser parat, um eventuell löschen zu können.
Um den Ungläubigen den Wind aus den Segelen zu nehmen und zu zeigen, wie dies in der Praxis aussieht habe ich zum diesem Thema mal kurz zwei kleine Lehr- Videos gemacht.
Hier die beiden Links zu den Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=gFRWzZFwcDA
https://www.youtube.com/watch?v=dGUD37VDGa0
Nun wird es doch nicht so schwer sein um dies nachzubauen!
Grüßle aus am Schwobaländle
Chantal
https://www.youtube.com/channel/UCwZS3vjiuV2HDiXexHUOMhw
#3 RE: Kardangelenk aus NE- Material
Hallo Chantal,
mit großem Interesse und höchster Aufmerksamkeit habe ich Deine Ausführungen zum Thema Biegen gelesen.
Offensichtlich hast Du Dich jedoch nicht mit dem Fertigungsverfahren des Umformens beschäftigt und ganz sicher sind Dir Begriff und Anwendung des Überbiegungswinkels und damit das Rückfedern des NE-Metalls völlig fremd.
Schon beim Aufbiegen der Gelenkgabel hast Du verloren: um die Seiten der Gabel wieder in ihren parallelen Urzustand bringen zu können, müssen die Seiten wegen der elastischen Rückfederung überbogen werden - die Seiten müssen also dichter zusammen gebogen werden, als sie im Urzustand waren. Dies ist aber unmöglich, da das eingesetzte Kreuzstück dieses Überbiegen verhindert.
Die einmal aufgebogenen Seiten der Gelenkgabeln bekommst Du bei Deiner Arbeitsweise nie, nie mehr in ihren parallelen Urzustand.
Mit besten feinstmechanischen Grüßen,
Siegfried
www.youtube.com/road87
"Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, daß alles gut gehen wird, aber sie sind überzeugt, daß nicht alles schief gehen kann." Friedrich Schiller
Hallo Waldemar,
es richtig zu machen ist simpel, aber nicht leicht:
das Kreuzstück kreuzweise mit Durchgangsbohrungen ausführen, es dann zwischen die beiden Gabeln stecken, eine lange Achse durch 1.Gabel/Kreuzstück/1.Gabel pressen und dann die beiden verbleibenden recht kurzen Achsstummel jeweils durch die Seiten der 2.Gabel in das Kreuzstück pressen.
Gruß,
Siegfried
"Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, daß alles gut gehen wird, aber sie sind überzeugt, daß nicht alles schief gehen kann." Friedrich Schiller
Hallo Modellbauer,
es kommt noch ein Nachtrag für alle Ungläubige, Skeptiker für die Unke die aus der Deckung kam.
Diese Technik ist was für Feinmotoriger, Grobmotoriger dürfen da an ihre Grenzen kommen.
Eine Anmerkung an Mister Schlauberger. Er möge doch mal seine Behauptungen durch Dokumente und vorlegen von Teilen unter Beweis stellen. Schau mal die DIN 8586 an!
Hier von mir die Links zu Fertigungsverfahren:
- https://www.fachwissen-technik.de/verfah...sverfahren.html
- https://www.google.com/search?client=fir...ens+bei+Messing
- https://hps.hs-regensburg.de/heh39273/au...-grundlagen.pdf
Da es sich um kein Umformungsverfahren in diesem Beitrag handelt sind die Aussagen von Lord S. irrelevant!
Frage:
- Wieso muss ich die Position nach dem zurückbiegen wieder in die ursprungs Lage bringen?
- Wieso muss das Kardangelenk spielfrei sein?
Ich belege heute mit Fotos, dass das Rückbiegen in die Ursprungslage der beiden Stege von dem Kardangelenk annähernd das Ursprungsmaß einnimmt.
Fotos der Ausgangslage:
Kardan_Kreuz.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kardan_Kreuz_1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Gelenk- Kreuz Maße: 1,4 x 1,4 x 1,4 mm
Kardan_Gabel_neu.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kardan_Gabel_Durchbruch.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Das Fertigungmaß schwankt zwischen 2,50 mm und den 2,47 mm
Fotos nach der Wärmebehandlung, aufbiegen, einsetzen und wieder zurück in die Ausgangslage zurück gebogen.
Kardan_Gelenk_vom_Video.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kardan_Durchmesser_an_der_Bohrung.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kardangelenk aus den Video das Maß 2,50 wurde an der Bohrung gemessen
Kardan_gemessen_oberhalb_der_Kreuzbohrung.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kardan_Messposition.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) Kardan_Messposition_1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Das Maß 2,53 wurde oberhalb der Kreuzbohrung gemessen nach dem zurück biegen der beiden Laschen.
Fazit:
Das Rückbiegen war ein voller Erfolg die Abweichung beträgt lediglich 3-Hundertstel Millimeter.
Weitere Fotos:
Durchmesser_nach_Montage.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) gemessen_unterhalb_der_Bohrung.jpg - Bild entfernt (keine Rechte) gemessene_Position.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Nun ich konnte den Beweis erbingen, dass es möglich ist die Gabel des Kardangelenkes auf zu biegen und wieder zurück zu biegen.
Die unbedeutende maßliche Differenz zwischen der Messung oben an der großen Bohrung und oberhalb der Kreuzbohrung ist marginal.
Fazit:
Das Kardangelenk aus MS- Material wird langlebiger, robuster sein als die aus Kunststoff und aus dem 3D- Drucker gefetigten Teile.
Grüßle aus am Schwobaländle
Chantal
#7 RE: Kardangelenk aus NE- Material
Zitat von Chantal im Beitrag #6
Da es sich um kein Umformungsverfahren in diesem Beitrag handelt sind die Aussagen von Lord S. irrelevant!
Zitat von Chantal im Beitrag #6
Das Rückbiegen war ein voller Erfolg die Abweichung beträgt lediglich 3-Hundertstel Millimeter.
Hallo Chantal,
"Das Biegen ist eine Gruppe von Fertigungsverfahren, die zur Hauptgruppe des Umformens zählt. In der DIN 8580 wird es als Biegeumformen bezeichnet"
Gruß,
Siegfried
www.youtube.com/road87
"Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, daß alles gut gehen wird, aber sie sind überzeugt, daß nicht alles schief gehen kann." Friedrich Schiller
#8 RE: Kardangelenk aus NE- Material
Hallo zusammen
Sorry KollegenInnen
aber ich verstehe nicht ganz, wieso so ein riesiger Thread geschrieben wird und so eine Diskussion geführt wird über ein Teil, was nicht erhältlich ist.
Also aktuell nach meinen Erkenntnissen gar nicht gekauft werden kann.
Gruss Markus
http://www.mikromodelltrucker.ch
siehste,
genau deswegen habe ich meine Kreuzgelenke aus 2,5mm MS_Rohr selbst gefeilt.
Kardan 1.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Kardan 2.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Dauert 20-30 Minuten und keine 2,3,4...., was weis ich wieviel Wochen bevor das Zeug vom anderen Ende der Welt da ist.
Hatte von DasMikro/87 den Defender Bausatz, da ist mir auch ein Flügel abgebrochen, daher war Selbstbau angesagt.
Danke für den Überblick der Möglichkeiten mit den Kardan-Gelenken. Ich fand das sehr hilfreich.
Und mit Blick auf die klein-kriegerische Diskussion bzgl. der besten Methode bin ich immer froh, dass ich Mikromodellbau als Hobby betreibe und nicht in der Luft- und Raumfahrt mit wirklich kritischen Bauteilen unterwegs bisn und wirklich an die Grenzen der Fertigungstechnik gehen muss...
Daniel / saichino
Website: https://www.saichino.de
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCN8nEQsq4AgYPhqL8uOtLwQ
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