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Hybride Lenkung erleichtert die Fahrt auf der Anlage
Hallo und Grüß Gott aus München,
zunächst eine Entschuldigung: ich weiß nicht, ob das Thema hier gut aufgehoben ist - es geht ganz prinzipiell um hybride Lenkung, aber immerhin taucht auch ein Race Truck auf...
Aber hier mein Beitrag:
RC betriebene Modelle bringen Leben und individuelle Aktionen auf die Anlage – das ist hier im Forum eine Binsenweisheit.
Neben dem Spaß, mit den kleinen Modelle gezielte Aufgaben durchzuführen, gibt es aber auch Einschränkungen, die manchmal das Hobby erschweren. So ist die Kontrolle eigentlich nur optimal, wenn man relativ nahe am Modell ist – Tunnel, Abdeckungen oder auch größere Entfernungen machen eine vernünftige Steuerung fast unmöglich.
Ich möchte daher hier eine Kombination aus RC-Steuerung und magnetischer Führung vorschlagen.
Die Idee ist nicht neu: MAGracing hat ab 2013 ein Rennbahnsystem im Maßstab 1:32 angeboten (hauptsächlich RC-gesteuerter Spurwechsel für Spurdraht-geführte Fahrzeuge), 2017 hat ein kingsley kronk in YouTube eine kombinierte Lenkung für 1/64 vorgestellt.
Ganz aktuell ist Carrera hybrid, das aber hauptsächlich auf Software und einer markierten Fahrbahn basiert.
Sollten darüber hinaus weitere Ansätze – vielleicht sogar hier im Forum – bekannt sein, so würde ich mich über einen Hinweis freuen.
Mein Ansatz ist gegenüber den genannten Beispielen recht simpel: Über einen zusätzlichen Lenkhebel mit Magnet wird das Fahrzeug dort fremd-gelenkt, wo ein Spur-Magnetstreifen unter der Straße vorhanden ist, in Bereichen ohne Magnetstreifen wird ganz normal RC gesteuert. Ist die Haltekraft des Magneten stärker als der Lenkservo, so hat ein RC-Eingriff während der geführten Fahrt keine Auswirkung.
Ein Kurs mit Magnetstreifen kann an markierten Stellen verlassen werden, an denen der Magnetstreifen eine kurze Lücke aufweist. Ohne RC-Eingriff fährt das Auto dort einfach gerade weiter, bis es auf die Fortsetzung des Magnetstreifens trifft.
Mit RC kann das Fahrzeug die Spur verlassen und entweder auf einen anderen Magnetstreifen treffen (Spurwechsel) oder komplett frei navigieren.
Für eine erste Umsetzung habe ich von Revell Control Mini RC die Feuerwehr (zweifach) sowie das Polizeifahrzeug genommen. Die Feuerwehr hat einen Maßstab von ca. 1/72, das Polizeifahrzeug von ca. 1/55 (gleiches Chassis, ausgemessene Karosserien).
Eine Feuerwehr habe ich als Ghost-Car mit größerer Untersetzung und konstanter Geschwindigkeit realisiert, die zweite Feuerwahr wurde zum Race Truck umgebaut und behielt die volle RC-Funktionalität.
Das Polizeifahrzeug wurde in einen „normaleren“ (DB7) Sportwagen umgebaut, ebenfalls mit voller RC-Funktionalität.
Die Ergänzung des Lenkhebels ist kein großer Aufwand, für eine einstellbare Geschwindigkeit wurde vor dem Motor ein Poti eingelötet.
Für die Fahrstrecke nutze ich eine Bastelplatte 100cm*50cm*3mm, unter der der 3mm-Magnetstreifen in der Mitte der jeweiligen Spur mit Klebeband befestigt wurde. Dieser einfache Aufbau hat gegenüber einem Stahl-Spurdraht den Vorteil, dass keine Rille gefräst und keine Fahrbahn verputzt werden muss und dass Veränderungen unkompliziert machbar sind.
Ausgeschmückt wurde dieses Modul mit Papierbauten von carrera4fun.de, Papermau.blogspot.com und creativepark.canon, entsprechend skaliert.
Scheinbar sind Bilder bei mir noch nicht freigegeben, daher finden sich Fotos der Fahrzeuge sowie des Moduls im Video.
Ich habe zwei Szenarien durchgespielt:
- Ein Rennen, das mangels einer zweiten Person mit dem Ghost-Car durchgeführt wird. Hier steht der Spurwechsel im Vordergrund sowie die Aufgabe, möglichst oft und lange auf der inneren Spur zu fahren, die aber vom Ghost-Car belegt ist. Im Prinzip ist dies ein Slot-Racing ohne Slot bzw. die Variante, die auch MAGracing umgesetzt hat.
- Ein Stadt-Szenario, bei dem der Sportwagen frei rangiert und wendet, für die „lange“ Strecke dann aber auf der Magnetspur fährt.
Erfahrungen:
- Es funktioniert.
- Die Race-Truck-Karosserie mit 10g ist schon grenzwertig für die Revell-Lenkung, die ja auch den zusätzlichen Lenkhebel mit außen angebrachtem Magneten bewegen muss. Die Sportwagen-Karosserie wiegt dagegen nur 5g und stellt kein Problem dar. Dazu kommt natürlich jeweils noch das Chassis mit 17g.
- Die nicht-proportionale Steuerung der Revell Control-Mini RC setzt dem Fahrgenuss gewisse Grenzen.
- Noch schöner wäre es, die Fahrzeuge in H0 mit proportionaler Steuerung und auf einer größeren Anlage zu haben.
Im Video sieht man die beiden Szenarien live – die Fahrgeräusche stammen übrigens von den härteren Nachrüstreifen.
Ich würde mich freuen, wenn der Ansatz auf Interesse stößt – vielleicht hat jemand Lust, die H0-Variante anzugehen und dann auch darüber zu berichten. Ich stehe dabai gerne für Fragen zu Verfügung, werde mich aber hauptsächlich wieder um mein Thema „Wireless power transfer“ kümmern.
#2 RE: Hybride Lenkung erleichtert die Fahrt auf der Anlage
Hallo Philipp,
die originale Lenkung bekommt einen Mitnehmer, der in einen Lenkhebel am Boden des Modells eingreift. Der Lenkhebel folgt über den Magneten an seiner Vorderseite dem Magnetband unter der Fahrbahn und begewgt über den Mitnehmer die Lenkung und damit die Räder.
Ich habe versucht, dies in einem Video zu verdeutlichen:
Grüße
Bernd
Hallo Philipp,
Du hast recht - bei diesen (sehr günstigen) Modellen ist das so. Ich hatte/habe keine Modelle mit proportionaler Steuerung, da RC nicht mein Schwerpunkt ist. Es wäre toll, wenn jemand mit wirklicher Erfahrung auf dem Gebiet hier ansetzen könnte.
Ich denke auch, dass jemand wie Carson bzw. die Hersteller der 1/87er Fahrzeuge interessiert sein sollten - denn dann könnten sie auch die Kunden bedienen, die bisher Faller oder Viessmann fahren.
Grüße
Bernd
Hallo Bern,
bitte bedenke: eine proportionale Lenkung stellt ohne "Lenkbefehl" das Servo in Null-Stellung - also "verriegelte" Geradeausfahrt
Gruß,
Siegfried
Guten Morgen Siegfried,
danke für den Hinweis - ich muss gestehen, bei der proportionalen Steuerung bin ich total blank.
Für eine hybride Version fällt mir dazu erst mal ein, dass vielleicht eine vertikale Bewegung des Lenkhebels diesen ab- oder ankoppeln könnte. Dazu könnte für die freie Steuerung der Hebel über eine Feder vorne nach oben gezogen werden und sich dabei hinten von der Lenkung abkoppelt. Sobald ein Magnetstreifen darunter ist, wird der Hebel vorne nach unten (und hinten nach oben) gezogen. Ist der momentan einfach gesägte Schlitz als vertikales, schön gleitfähiges "V" ausgebildet, kann der Hebel bei jeder Lenkstellung einkoppeln.
Das ist aber nur eine Idee und sicher nur mit VIEL mechanischem Feingefühl (das mir fehlt) zu realisiern - und wie immer stellen sich wohl die wirklichen Probleme erst beim Ausprobieren ein.
Grüße
Bernd
Knapp daneben ist auch daneben - es geht ja darum, den Lenkservo abzukoppeln.
Auch hier könnte vielleicht die vertikale Bewegung des Magneten genutzt werden, das Zahnrad des Lenkservos aus- und einzukoppeln. Das heißt, über dem Magnetstreifen wird das Getriebe ausgekoppelt. Der Lenkhebel könnte eigentlich immer eingeoppelt sein - vergesst also meine vorherige Antwort.
Frage an die Experten: wie wichtig ist den z.B. bei einem Käfer oder Bulli in 1/87 die proportionale Lenkung, speziell in engwinkligen Gassen und Straßen? Die Videos, die ich von Fahrten auf Anlagen gesehen habe, zeigten trotz proportionaler Lenkung doch ziemlich abrupte Bewegungen.
Grüße
Bernd
#9 RE: Hybride Lenkung erleichtert die Fahrt auf der Anlage
Hallo Bernd,
das Lenkservo müsste sich an den Lenkhebel über einen geschalteten Elektromagneten ankoppeln - die Synchronisierung mit dem Magnetband in der Fahrbahn ist aber problematisch..
... mit dem Einschalten des Elektromagneten wird auch gleich der Lenkhebel angehoben und das Magnetband führt nicht mehr....
Gruß,
Siegfried
Fotos und Videos meiner Bauberichte findet Ihr unter YouTube www.youtube.com/road87
Wäre es nicht einfacher mit einem Hallsensor die Position an dem Magnetband zu bestimmen und nachwievor mit dem Servo zu lenken? Alternativ vielleicht 2 Sensoren und das Magnetband zentrisch dazwischen halten, das dürfte sauberere Lenkbewegungen ergeben. Den Servo abzukoppeln klingt in dem Maßstab doch sehr aufwendig.
Gruß Philipp
Hallo Philipp,
ja, ein Lenkservo mit Hallsensor statt Poti ließe sich sehr gut mit der Magnetband-Lenkung kombinieren
Gruß,
Siegfried
#12 RE: Hybride Lenkung erleichtert die Fahrt auf der Anlage
Hallo,
ich lese schon länger mit und will noch über meine Projekte berichten, kam aber leider noch nicht dazu.
Kurz zu mir: Tobias, 35, habe früher Schiffe gebaut und mittlerweile Autos der Jahre circa 1900-1910.
Das Thema finde ich sehr interessant, da mein Vater eine Modellbahn hat, die natürlich nicht fertig ist.
Wir dort aber jetzt ein Car System mit einbauen. Gleichzeitgig möchte ich auch meine Autos selbst fahren können. Deswegen habe ich bis jetzt mich immer gefragt, wird es eins fürs Car system oder eins ferngesteuert.
Da ich gerade an einem neuen Modell sitze, würde ich die Idee mit den zwei Hall-Sensoren mal ausprobieren.
Ich habe ohnehin eine eigene Mikro-Platine mit einem Attiny816 und einem Fahrtregler entworfen (Größe 8x6mm). (Auch hier mal wann anders mehr dazu oder gerne nachfragen)
Diese würde ich als Controller einsetzen und eine Umschaltung zwischen den einzelnen Fahrmodis einbauen.
Die Hall-Sensoren würde ich vor die Lenkung knapp über dem Boden setzen. Das Magnetband ist normal 3mm breit, deswegen die beiden Sensoren auch in circa diesem Abstand, sodass eine Änderung gut erkennbar ist.
Falls das funktioniert, kann man im Car System auch ganz neue Sachen einbauen. Beispielsweise eine 3-Punkt Wende wäre möglich.
Im Moment steht noch die Grundkonstruktion an, aber ich versuche darüber zu berichten. Plant jemand von euch es umzusetzen?
Viele Grüße
Tobias
Hallo Tobias,
Dein Ansatz klingt sehr sehr gut.
Bekommst Du mit den beiden Hall-Sensoren ein kontinuierliches Signal von max. Linkseinschlag bis max. Rechtseinschlag bei der Fahrt über das Magnetband?
Hast Du Skizzen Deiner Konstruktion?
Gruß,
Siegfried
#14 RE: Hybride Lenkung erleichtert die Fahrt auf der Anlage
Guten Morgen,
Ich habe es noch nicht getestet, da mein Fokus auf der Konstruktion des Autos war.
Dies ist jetzt in China im Druck und dann geht es dort auch weiter (wird hoffentlich auch mal einen Beitrag über das gesamte Auto geben).
Für die hybride Lenkung habe ich mir zunächst einen Halter mit eingebaut, sodass ich es sehr gut testen kann. Das Auto wird ja ohnehin gebaut 
Auf dem Bild ist der Halter in Orange eingefärbt. Dadurch bleiben die Hallsensoren an ihrer Position egal welchen Einschlag ich habe.
Ursprünglich hatte ich mir überlegt es auf den Querträger der Lenkung zu packen, was den Vorteil hat, dass sie immer einen engen Abstand zum Boden haben, jedoch habe ich schlechte Erfahrungen mit bewegten Kabeln gemacht. Deswegen habe ich erstmal die starre Variante bevorzugt.
Viele Grüße
Tobias
Hallsensor_Halter.PNG - Bild entfernt (keine Rechte)
Hallo Tobias,
sieht gut aus - diese "starre Variante" sollte funktionieren.
Bitte verbaue doch in dieser Ansicht die beiden Hallsensoren (Gehäuse ohne Anschlüsse)
Gruß,
Siegfried
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